
Die Zeichen standen nur wenige Tage vorher noch ausgezeichnet.
Nach gefühlt ewig andauernden Winter und Eiszeit griffen die Golfer vor und nach dem langen Osterwochenende nach den Sonnenstrahlen, wie ein ausgehungerter Säugling nach der Brust der Mutter. Es wurde gespielt und trainiert und alles dafür getan am bevorstehenden Eröffnungsturnier die Jagd auf das Handicap wieder aufzunehmen. Doch wie so oft mussten wir Golfer durch die harte Schule der Natur. Den Petrus hatte andere Pläne und öffnete seine Pforten mit chirurgischer Genauigkeit genau einen Tag vor dem ersehnten Tag und ergoß sich mit konstanter und ausdauernder Beharrlichkeit über unseren schönen Platz.
So wurden leider aus 106 gemeldeten Teilnehmern dann doch nur noch 79, die sich tapfer Wind und Wetter stellten und mit viel Motivation versuchten den Witterungen zu strotzen.
Dem einen gelang es ganz gut und dem anderen eher weniger, trotz allem kamen alle irgendwann gut gelaunt ans letzte Loch und genossen gemeinsam den, vom Wetter völlig unabhängigen, Saisonauftakt der gesellschaftlichen Art. Nach der Siegerung saßen noch viele zusammen und hatten Spass. Das Brutto konnte sich Christian Waas sichern und das erste Netto ging an Eisenkai.
Schlechte Ergebnisse aber trotzdem einen schönen Tag hatten die Golfer zum Saisonauftakt. Dem ein oder anderen konnte man dann allerdings am Sonntag, als viele ihr Auto abholten, dass sie umsichtigerweise gegen ein Taxi getauscht hatten, doch den Frust ansehen als Sonntag wieder wunderbare Temperaturen und Sonnenschein auf sie herniederlachten.
Aber so ist das nun einmal im April - denn der macht bekanntlich was er will.

Heute ging es dann für die Herren der Schöpfung des Herrengolfs in die erste Runde. Die Sonne strahlte sich um die Wette mit einem böigen Wind und beide versuchten die Aufmerksamkeit der Golfer nur für sich zu gewinnen. So wechselte sich Frösteln wegen Wind und Schwitzen wegen praller Sonne irgendwie die ganze Zeit über ab und überall sah man Spieler "raus und rein aus der Kartoffel". Gespielt wurde aber trotzdem richtig gut und alle hatte viel Spass. Auch wenn sich hier und da Lücken zwischen den Flight bildeten wenn mal bei einer Gruppe zwei Löcher hintereinander die Bälle alle vom Wind in den Busch entführt wurden, ging es doch am Ende für alle im zeitlichen Rahmen über den Platz. Dem Ärger über das langsame Spiel konnte man sich ja dann auch irgendwann Luft machen und nach dem dritten Weizenbier ist alles nicht mehr so schlimm wie noch am neunten Loch wenn man am liebsten verfluchen möchte nochmal neun Loch warten zu müssen. Aber das zeichnet den Sportsmann aus. Weitermachen und dabeisein ist alles auch wenn es manchmal für einen persönlich hart wird.
Und so freuten sich über sechzig Teilnehmer bei der Siegerehrung über Preise in drei Nettoklassen und viele Sonderpreise. Brutto nach Stechen gewann Robert Wolf, dicht gefolgt von Christian Waas und meiner Wenigkeit alle mit 29 Bruttopunkten. Nur Dr.Jeckel war noch mit 30 Brutto besser, spielte allerdings wie gewohnt ausser Konkurrenz nur fürs Gesamtergebnis über alle Turniere, von denen die besten fünf in die Wertung für die Golfer des Jahres eingehen.
Bestes Netto gewann Matthias Krauss, der sich neben einem Gutschein auch über das Knacken der "magischen Grenze" freute und hat ab heute Abend eine 9,9 im Handicap stehen. Hört Hört!
Für mich persönlich war wesentlich mehr drinnen. Habe wirklich den Ball heute gut unter Kontrolle gehabt und drei-vier Flüchtigkeitsfehler haben dann einen wirklich Superscore leider verhindert. Aber das Wichtigste war einfach, dass ich mal wieder auf dem Platz unterwegs war und ein richtig gutes Ballstriking hatte. Das war richtig gut und macht mir persönlich auch wieder Hoffnung, dass das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist und die ersehnte Par Runde nicht in unendlicher Ferne ist. Es geht auf jeden Fall weiter. Schade nur, dass ich nicht noch einen Putt mehr gemacht habe. Dann wäre ich bei 5.0 und hätte den drecks Samstag gleich ausgeglichen gehabt. Aber was wäre wenn kennen wir Golfer ja zur genüge - das ist hypothetischer Schwachsinn. "Wichtig ist nur auf dem Platz" wie schon ein weiser Fussballphilosoph mal treffend formulierte.
In diesem Sinne
Am Wochenende gehts ins Trainingslager nach St.Wendel - wir werden sehen wie wir wieder zurückkommen. Ich hoffe einfach mal - BESSER ;)
Euer
ChaosSepp